Hundeerziehung beginnt zu Hause, nicht erst beim Training.

„Beim Training klären wir das“ - Diesen Gedankenansatz höre ich oft. Bei Kindern sagt kaum jemand: „Die Schule wird mein Kind schon erziehen.“
Jeder weiß, dass Erziehung zu Hause beginnt. Beim Hund gilt genau dasselbe.

Der Alltag erzieht.

Nicht die eine Trainingsstunde pro Woche.
Nicht die zehn Minuten Sitz und Platz im Garten.
Der Hund lernt jeden Tag.
Er lernt bei jeder Begegnung.
Er lernt bei jeder Reaktion seines Menschen.

Ein Hund lernt, was sich lohnt.

Springt der Hund an Besuch hoch und bekommt Aufmerksamkeit, lernt er etwas.
Bettelt der Hund am Tisch und bekommt einen Happen, lernt er etwas.
Zieht der Hund an der Leine und kommt damit ans Ziel, lernt er etwas.

Der Hund denkt nicht über richtig oder falsch nach. Er sammelt Erfahrungen. Diese Erfahrungen werden zu Gewohnheiten.

Viele Menschen erwarten draußen einen entspannten Hund.
Zu Hause gelten dann keine klaren Regeln.
Auf dem Spaziergang soll der Hund ruhig an lockerer Leine laufen.
Daheim rast er bellend zur Haustür, springt jeden Besucher an und entscheidet ständig selbst, was passiert.

Das funktioniert nicht.

Ein Hund braucht Orientierung. Orientierung entsteht im Alltag. Sie entsteht nicht nur im Training.

Nochmal klar und deutlich: Jeder Moment zählt. Das macht es für uns auch so herausfordernd und teilweise anstrengend,

Der Weg zur Haustür zählt. Das Füttern zählt. Das Begrüßen zählt. Das Warten vor dem Aussteigen aus dem Auto zählt.

Das gemeinsame Leben zählt.

Ein Hund unterscheidet nicht zwischen: „hier lerne ich“ und „hier lerne ich nicht“. Er lernt immer.

Genau deshalb beginnt Hundeerziehung nicht auf dem Hundeplatz, nicht beim Training.
Sie beginnt morgens beim Aufstehen.
Sie beginnt im Wohnzimmer.
Sie beginnt in der Küche.
Sie beginnt an der Haustür.
Sie beginnt zu Hause.
Ja, ich weiß das ist eine Herausforderung, ich helfe dir das zu verinnerlichen, deinen Alltag zu analysieren und somit ein entspannteres Miteinander zu erreichen.
Schritt für Schritt, jeden Tag ein wenig besser und ein wenig konsequenter, denn das braucht etwas Zeit.

Gute Hundeerziehung besteht nicht aus großen Tricks oder besonderen Methoden. Sie besteht aus klaren Regeln, klaren Entscheidungen und einem verlässlichen Alltag.

Kinder lernen zu Hause, wie Leben funktioniert.

Hunde auch.