Der Wunsch und die Wirklichkeit - leider eine große Diskrepanz

Tja, so schaut´s offenbar aktuell aus. Hunde, bzw. richtiger Weise Hundebesitzer, die mit ihrem Hund die ATP (Alltagstauglichkeitsprüfung) machen müssten und diese „schwänzen“, sich „drücken“, hoffen, dass dieser Kelch an ihnen vorbeigehen wird. Nur, dieser Kelch wird nicht vorbeigehen.
Eine Kundin, die eine ältere, große Hündin aus dem Tierschutz übernommen hat, hat mir von ihrem Besuch des Kurses für die Sachkundeprüfung berichtet. In diesem Kurs saßen zum weit überwiegendn Teil langjährige Hundehalter. Komisch eigentlich, denn der Sachkundenachweis ist schon sehr, sehr lange vorgeschrieben. Der Sachkundenachweis für Hunde in Oberösterreich ist seit dem Inkrafttreten des Oö. Hundehaltegesetzes im Jahr 2002 verpflichtend. Nur, die Gemeinden haben bisher die Augen davor verschlossen und haben die Konfrontation mit diversen betroffenen Gemeindebürgern vermieden. Was machen, mit z.B. einem „altgedienten“ Gemeindebürger, der möglicher Weise auch die eine oder andere Funktion in Vereinen o.Ä. in der Gemeinde hat, also ein Gemeinde-Promi sozusagen, der den Sachkundenachweis nicht vorlegen kann und sich standhaft weigert so einen Kurs zu besuchen? Das war oder ist für die Gemeindeangestellten offenbar sehr schwierig.
Jedenfalls berichtete mir diese Neu-Hundehalterin mit großem, wegen seiner Vorgeschichte etwas problematischem Tierschutz-Hund, dass die Mehrzahl der Teilnehmer sagte, dass sie die ATP (Alltagstauglichkeitsprüfung) mit ihrem Hund, den sie teilweise seit Jahren haben, bei weitem nicht schaffen. Diese Mindestanforderungen sind oft, gerade im ländlichen Bereich nicht im Bewusstsein der Hundebesitzer. Weshalb auch? Sie sind der Meinung, bisher sei es ja auch „einfach so“ gegangen, ihr Hund „tut nix“ und überhaupt - wer setzt sich denn so einem Stress und Begutachtung aus. Die Kundin, die diesen Sachkunde-Kurs besuchte und mir das berichtet hat, müsste die ATP mit ihrem Tierschutzhund übrigens gar nicht machen, da der Hund älter als 8 Jahre ist, sie macht die Prüfung jedoch dann freiwillig und wir trainieren bei weitem über diese Anforderungen hinaus. So, wie ich es grundsätzlich mit meinen Mensch-Hunde-Teams mache. Siehe auch das Video, mit einem anderen Mensch-Hunde-Team: Das ist das reale Leben.
Das kann ich ja teilweise verstehen, dass sich langgediente Hundehalter nicht betroffen fühlen, nur, so geht´s nicht. Diese Mini-Standards der ATP (Alltagstauglichkeitsprüfung), wie sie derzeit in Oberösterreich verlangt werden, sollte wirklich jeder Hund können. Eigentlich die Besitzer sollten das können, nämlich ihren Hund so anleiten und führen, dass er für andere keine Bedrohung oder Belästigung darstellt. Das sollte JEDER Hund beherrschen, egal ob er unter die 20/40-Regelung (20kg Gewicht, 40cm Schulterhöhe) fällt oder nicht. Denn sehr, sehr oft, sind es gerade die umgangssprachlich „kleinen Wadlbeisser“, die deutlich unter der 20/40-Regelung durchschlüpfen, die beim Benehmen „jenseits von Gut und Böse“ sind. Mit solchen „Mini-Tut-Nixen“, die hysterisch an der gespannten Leine ihre Besitzer hinterherziehen bin ich praktisch jeden Tag konfrontiert, wenn ich mit meinen Kunden, die brav trainieren und dem eigenen Hund gutes Benehmen beibringen, zum Training im öffentlichen Raum unterwegs bin. Eigentlich kann man da nur entgegnen: „Ja, sie haben recht, er tut nix was Sie sagen!“.
Jedenfalls, die derzeitige ATP (Alltagstauglichkeitsprüfung), bzw. eigentlich die gesetzlichen Regeln dazu, gehen weit an dem vorbei, was sich die Politik davon selbst und verunsicherten Bürgern versprochen hat. Ich trainiere mit meinen Kunden im Alltag, im realen Alltag, mit allen auch überraschenden Ablenkungen, die eben so im realen Leben vorkommen. Meine Kunden und ich finden es wichtig, dass sie einen real alltagstauglichen Hund an der Leine haben, nicht nur einen Hund, der am Papier als alltagstauglich deklariert wird. Leider ist es oft, sehr oft so, dass die vorgeschriebenen Ablenkungen einstudiert werden, immer am gleichen Ort (oft am Hundeplatz) immer mit den selben Statisten (Helfern) - also eigentlich ein Szenario wie bei den ersten Fahrstunden im Fahrsicherheitszentrum für den Führerschein. Die gesetzlich vorgeschriebene „Öffentlichkeit“ ist allzu häufig die Nebenstraße hinter dem Hundeschul-Gelände, denn es ist nur als „öffentliches Gelände“ im Gesetz deklariert und dieses Kriterium erfüllt auch ein noch so abgelegener „öffentlicher“ Weg. Nur, wieder im Vergleich zum Führerschein für den PKW, dass wir nicht nach einer (Pseudo-)Prüfung mit einstudierten „Ablenkungen“ im Fahrsicherheitszentrum und auf der Nebenstraße hinter dem Fahrsicherheitszentrum den Führerschein bekommen. Jedoch bei der ATP für den Hund ist das in einem hohen Prozentsatz genau so - einstudierte Ablenkungen an immer gleichen Plätzen und eher abgelegenen „öffentlichen“ Bereichen.
Wieder einmal wurde von der Politik Anlassgesetzgebung der ersten Güte gemacht. Auch die „Listenhunde“ - eine reine Augenauswischerei. Denn die (offiziellen) Beißstatistiken führen ganz andere Rassen. Meine persönliche Beißstatistik, die natürlich nicht repräsentativ oder wissenschaftlich ist, sondern nur auf den Erfahrungen mit den bisherigen Hunden von Kunden basiert, führen bei Weitem (!) die Schweizer Rassen, dann kommt der immer als so toll und familienfreundlich angepriesene Labrador. (Wie gesagt, nicht repräsentativ, oder wissenschaftlich, nur meine persönliche Beißstatistik aus den Vorkommnissen, die die Hundehalter dazu brachten mit ihrem Hund nach Beißvorfällen zu mir ins Training zu kommen)
Ich helfe gerne mit individuellem, mobilem, maßgeschneidertem Training. Mit dem richtigen Know-How zum Do-How im Alltag.
Folgt mir gerne auf den Social-Media-Kanälen
Facebook Facebook
Instagram Instagram
Youtube Angelika Wörndl - Hundetrainerin - YouTube


