Ketamin - bitte nicht! Eine Recherche unter Collie-Besitzern

Zusammenfassung Anfrage epileptischer Anfall Quintus in FB-„Erste offizielle Collie-Gruppe“ - da hier tausende Collie-Besitzer erreichbar sind und sofort einige ihre Erfahrungen schildern.
- auf KEINEN Fall Ketamin zur Sedierung verwenden - Collies vertragen Ketamin nicht laut den Rückmeldungen, interessant auch Beitrag im „Collie-Journal, Ausgabe Juni 2016, Dorothea Stützel, Tierärztin und Collie-Züchterin, Wall-Street-Collies“ Narkose-beim-Collie.pdf
- Die Unverträglichkeit von Ketamin ist laut den Rückmeldungen in KEINEM ZUSAMMENHANG mit der MDR1-Genmutation. Bedeutet, dass auch ein Collie, der KEINE MDR1-Mutation hat, auf Ketamin heftigst reagieren kann. (Sogar Todesfälle in der Gruppe bekannt)
- Antibiotika: Heftige (zeitlich begrenzte) Reaktion auf leider nicht näher definierte Antibiotika (zu lange her), die auf Grund eines Verdachtes auf Borreliose gegeben wurden, wurden beobachtet
- von „Aufwachspritzen“ wird bei Collies dringend abgeraten
- die UNI Gießen wird als Informationsquelle zur Ketamin-Unverträglichkeit bei Collies empfohlen
Antworten zu Fragen zu Schmerzmittel Carprodyl und Antibiotika Kesium:
- wurden laut den Aussagen in der Collie-Gruppe auch bei MDR1 Hunden gut vertragen, trotzdem wird bei Collies zu besonderer Vorsicht geraten. Bei einer Hündin wurde Kesium abgesetzt, da sie sich erbrochen hat.
Noch ein paar Punkte die im Zusammenhang mit MDR1 erwähnt wurden: Hier (Link) wird der MDR1-Gendefekt mit der Unverträglichkeit erwähnt, was bei den Erfahrungsberichten betroffener Collie-Besitzer in der Gruppe allerdings auch bei Collies ohne den MDR1-Defekt berichtet wird.
Epilepsie in verständlichen Worten erklärt:
- Epilepsie - das Blitzgewitter im Kopf (Webseite Dr. Ziegler)
Andere Auslöser von Epilepsie-Anfällen werden genannt: Stress (Silveser, Reisen, andere besonders stressige Momente, Hitze) und auch das Alter wird genannt als häufig beobachteter Zeitraum für den ersten Epilepsie-Anfall bei Epileptikern.
Homöopatische Ausleitung wird von einer Dame empfohlen. (ob Zuckerkügelchen Wirkung haben oder nicht muss jeder für sich und seinen Hund entscheiden)
Das Zeckenmittel Bravecto wurde von Hundehalterinnen erwähnt, zwei völlig unterschiedliche Aussagen.
In einem Fall wurde Carprodyl wegen Erbrechen abgesetzt, wie oben schon erwähnt.
Impfungen wurden ebenfalls in einem Kommentar ins Spiel gebracht.
Nach neuerlicher Durchsicht der Erfahrungen dieser Collie-Besitzer führt eindeutig Ketamin die Verdächtigen-Liste. Ketamin steht auch auf der Liste der „kritischen Arzneistoffe bei MDR1_Defekt“ - es ist ein MDR1-Substrat. Auch wenn meiner laut Analyse den MDR1-Gendefekt nicht hat, ab jetzt wird Ketamin bei ihm sicher nicht mehr angewendet.
Zum Krankheitsverlauf bei Quintus - der Grund für den TA-Besuch:
Die Kralle war (vermutlich) schon etwas länger längsseitig und mittig total gespalten, sah aber „intakt“ aus, da sie sich die Teile ineinander verhakt hatten. Quintus hielt immer wieder mal die rechte Vorderpfote hoch. Ich habe jedes Mal das ganze Bein abgetastet, untersucht, bei den Ballen und zwischen den Ballen geschaut und getastet, da war nix. Es war nicht ersichtlich, dass die Kralle längs gespalten war. Die dürfte nur dann schmerzhaft gewesen sein, wenn er (wieder) an genau dieser Stelle irgendwo angeschlagen hat. Am Sonntag fing er an die rechte Pfote zu schlecken und auch Cid (der „große Bruder“) fing an an der rechten Pfote von Quintus zu schnüffeln und zu schlecken. Das war für mich die Info: „da hat´s was“ - am Montag Vormittag bin ich gleich zur TÄin. Es war eine leichte Entzündung da, deshalb die Antibiotika.
Zeitlicher Ablauf:
Montag: Sedierung und Versorgung bei TA
Dienstag: Schmerzmittel und AB
Mittwoch: Schmerzmittel und AB
Donnerstag: Schmerzmittel und AB
Von Donnerstag auf Freitag in der Nacht um 04:00h epileptischer Anfall
Absetzen aller Medis
Freitag: neuerlicher Besuch beim TA + Spurensuche auch mit Hilfe von FB-Gruppe (Geballte Infos von erfahrenen Collie-Menschen. Zum Zeitpunkt der Fragestellung über 6000 Mitglieder, sofort viele Infos und Erfahrungsberichte).
Quintus hat glücklicher Weise den MDR1-Gendefekt nicht. Das hat jedoch laut vielen Aussagen von Betroffenen und auch dem Artikel von 2016 nicht zwingend einen Zusammenhang mit Unverträglichkeiten.


