Kaltgepresstes Hundefutter – warum es die bessere Wahl ist als klassisches Industriefutter und warum hochwertiges Feuchtfutter trotzdem noch näher an natürlicher Ernährung liegt

Wer sich intensiver mit Hundefutter beschäftigt, merkt: Der größte Unterschied liegt nicht nur in den Zutaten – sondern vor allem in der Herstellung. Und genau diese entscheidet darüber, wie viel von den ursprünglichen Nährstoffen am Ende überhaupt im Napf landet.

Viele Hundehalter greifen ganz selbstverständlich zu Trockenfutter aus dem (Tier-)Supermarkt, lassen sich von Werbung leiten, ohne zu wissen, wie es produziert wird. Dabei lohnt sich ein genauer Blick. Denn Werbung hat nur ein Ziel: die Gewinnmaximierung des Produktes. Das, was es überall gibt, ist sicher gut - und zwar für die Industrie und den Handel, für die Gesellschafter und Aktionäre dieser Firmen, definitiv nicht für unsere Tiere.

Das Problem mit klassischem Industriefutter (Extruder-Trockenfutter)

Der Großteil des Trockenfutters wird im sogenannten Extrusionsverfahren hergestellt. Dabei wird die Futtermasse unter hohem Druck und Temperaturen von teilweise über 150–200 °C durch eine Maschine gepresst.

Das hat enorme Nachteile:

Zerstörte Nährstoffe
Praktisch alle natürlichen Vitamine, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe sind hitzeempfindlich. Durch die hohen Temperaturen gehen sie weitgehend verloren.

Künstliche Zusätze werden notwendig
Damit das Futter trotzdem als „vollwertig“ gilt, müssen anschließend synthetische Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden.

Hoher Stärkeanteil
Damit die Kroketten stabil bleiben, braucht extrudiertes Trockenfutter viel Stärke – meist aus Getreide, Mais oder Kartoffeln. Auch „getreidefrei“ bedeutet nicht einen geringeren Kohlehydratanteil, es bedeutet eben nur Kartoffel, Reis oder andere Stärke. Das macht auch den Preisunterschied aus. Was ist billiger - ein kg Kartoffeln oder ein kg Fleisch? Das Kleingedruckte lesen ist wichtig! Die meisten Trockenfutter bestehen aus 60-70% Kohlenhydraten, wenn man die Zutatenliste aufmerksam liest und die Anteile analysiert und gruppiert, denn natürlich wird das so nicht deklariert, sondern in Teile zerlegt.

Verdauungsprobleme bei vielen Hunden
Durch die starke Verarbeitung reagieren viele Hunde mit Blähungen, großen Kotmengen oder einer empfindlichen Verdauung.

Warum kaltgepresstes Trockenfutter die bessere Alternative ist

Beim kaltgepressten Trockenfutter läuft die Herstellung deutlich schonender ab. Die Zutaten werden bei niedrigeren Temperaturen verarbeitet und anschließend mechanisch gepresst.

Das bringt einige Vorteile:

Schonendere Verarbeitung
Durch die geringere Hitze bleiben mehr natürliche Nährstoffe erhalten.

Natürliche Zutaten bleiben besser erhalten
Hochwertige kaltgepresste Futtersorten bestehen aus klar deklarierten Zutaten statt aus unklaren Sammelbegriffen wie „tierische Nebenerzeugnisse“.

Bessere Verträglichkeit
Die Hunde verdauen kaltgepresstes Futter deutlich besser. Die Pellets zerfallen im Magen schneller, statt stark aufzuquellen. (siehe Fotos)

Hochwertiges kaltgepresstes Trockenfutter braucht KEINE künstlichen Zusätze
Da mehr natürliche Nährstoffe erhalten bleiben, braucht wirklich hochwertiges kaltgepresstes Trockenfutter gar keine künstlichen Zusätze.

Wenn man Trockenfutter füttern möchte, ist kaltgepresstes Futter die deutlich bessere Wahl gegenüber klassischem Industriefutter.

Trotzdem bleibt Trockenfutter ein Kompromiss

So gut kaltgepresstes Trockenfutter im Vergleich zu herkömmlichem Trockenfutter auch ist – ein Punkt bleibt bestehen:

Trockenfutter ist immer stark verarbeitet und sehr trocken.

Die natürliche Nahrung eines Hundes besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Trockenfutter enthält dagegen oft nur etwa 8–10 % Feuchtigkeit.

Damit fehlt ein wichtiger Bestandteil natürlicher Ernährung.

Warum hochwertiges Feuchtfutter die bessere Wahl für die Gesundheit deines Tieres ist

Ein hochwertiges Feuchtfutter mit natürlichen, artgerechten Zutaten kommt der ursprünglichen Ernährung eines Hundes deutlich näher.

Gutes Feuchtfutter erkennt man an einigen Punkten:

Hoher Fleischanteil von 60 bis 80%
Keine undefinierten Nebenerzeugnisse, sondern klar deklarierte Fleischbestandteile.

Natürliche Zutaten
Gemüse, Kräuter und hochwertige Öle statt billiger Füllstoffe.

Keine künstlichen Konservierungsmittel
Die Haltbarkeit entsteht durch schonende Sterilisation, nicht durch chemische Zusatzstoffe.

Hoher Feuchtigkeitsgehalt
Mit etwa 70–80 % Wasser entspricht es deutlich eher der natürlichen Nahrung eines Hundes.

Das unterstützt unter anderem:

  • eine bessere Verdauung
  • die Nierenfunktion
  • den Stoffwechsel
  • das allgemeine Wohlbefinden

Eine (noch) sinnvolle Kombination: hochwertiges Feuchtfutter und kaltgepresstes Trockenfutter

Eine Fütterungsform, die sich in der Praxis sehr bewährt hat, ist die Kombination aus hochwertigem Feuchtfutter und kaltgepresstem Trockenfutter.

Der große Vorteil:
Beide Futtersorten ergänzen sich sehr gut.

Feuchtfutter liefert Feuchtigkeit und natürliche Nährstoffe, während kaltgepresstes Trockenfutter eine praktische Ergänzung für unterwegs oder als kleinere Mahlzeit sein kann.

Im Gegensatz zu extrudiertem Trockenfutter lässt sich kaltgepresstes Futter problemlos mit Feuchtfutter kombinieren, da es sich im Magen anders verhält. Es zerfällt schnell, es quillt nicht auf.

Viele Hundehalter lösen das ganz unkompliziert:

  • morgens Feuchtfutter
  • abends kaltgepresstes Trockenfutter

oder

  • Feuchtfutter als Hauptmahlzeit
  • kaltgepresstes Futter als kleinere Portion oder Trainingsbelohnung

So profitiert der Halter von den Vorteilen beider Fütterungsarten. Das Tier würde von einer reinen Feuchtfütterung und hochwertigem, kaltgepresstem Trockenfutter lediglich als Leckerlie, am meisten profitieren.

Meine Hunde werden NUR mit hoch qualitativem Feuchtfutter gefüttert, als Belohnung nehme ich kaltgepresstes Trockenfutter. Ich berate dich gerne, melde dich bei mir für deine kostenlose Futterberatung.

Kurz gesagt:

Wenn Trockenfutter gefüttert wird, ist kaltgepresstes Trockenfutter klar die bessere Wahl gegenüber klassischem Industriefutter aus dem Extruder. Die schonendere Herstellung und bessere Verträglichkeit sprechen deutlich dafür.

Noch näher an einer artgerechten Ernährung liegt hochwertiges Feuchtfutter mit natürlichen Zutaten und ohne künstliche Zusätze.

Die Kombination aus hochwertigem Feuchtfutter und kaltgepresstem Trockenfutter (als Belohnung) ist eine sinnvolle Lösung– praktisch im Alltag und gleichzeitig deutlich näher an einer natürlichen Ernährung.

Denn am Ende gilt:
Nicht die Verpackung oder der Preis entscheiden über gutes Hundefutter – sondern die Qualität der Zutaten und wie schonend sie verarbeitet wurden. Auch für den Hund gilt: Du bist was du isst. Auch auf das Verhalten hat Futter eine enorme Auswirkung! Die meisten Hunde werden derzeit, bedingt durch die Werbung, krank gefüttert.

Bei Fragen zur Fütterung melde dich einfach bei mir! Egal welche Fragen sich gerade bei der Fütterung deines Hundes stellen.