Hunde brauchen keine Kohlenhydrate – auch wenn sie sie verdauen können
Wer sich intensiver mit der Ernährung von Hunden beschäftigt, merkt schnell:
Vieles von dem, was als „normal“ gilt, hat mit den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Hunde wenig zu tun. Dazu gehören vor allem Kohlenhydrate.
Der Hund ist von seiner gesamten Anatomie und Physiologie her ein Fleischfresser. Sein Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, tierische Proteine und Fette optimal zu verwerten. Kohlenhydrate spielen in dieser natürlichen Ernährung schlicht keine Rolle. Es gibt keinen biologischen Bedarf dafür.
Ja, Hunde können Kohlenhydrate verdauen. Allerdings nur in begrenztem Umfang – etwa 5 bis maximal 10 % der Nahrung. Dieses „Können“ wird oft als Rechtfertigung genutzt, viel zu große Mengen davon ins Futter zu packen, weil Kohlenhydrate schlicht und einfach billig sind. Daran ändert sich auch nichts bei „getreidefreiem“ Futter - auch Reis, Mais, Kartoffel und Süßkartoffel gehören nicht zum artgerechten Ernährungsprogramm. Das Problem bei den Kohlenhydraten: Nur weil ein Organismus etwas in geringem Ausmaß verarbeiten kann, heißt das noch lange nicht, dass es ihm gut tut.
Kohlenhydrate werden im Körper zu Zucker - wie auch bei uns werden Kohlehydrate zu Zucker umgewandelt. Sie werden schnell aufgespalten und lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen. Die Folge sind typische Zuckerspitzen – und genau diese sieht man vielen Hunden auch an. Plötzlich auftretende Aktivitätsschübe, Nervosität, schnelle Erregbarkeit oder Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen sind keine Seltenheit. Danach folgt oft das Gegenteil: ein Abfall, der sich in Gereiztheit und auch wieder Nervosität zeigt. Ebenfalls ein Zeichen für Fehlernährung ist, wenn Hunde alles fressen was sie finden können, auch Hinterlassenschaften anderer Hunde oder Katzen.
Das Auf und Ab des durch die Kohlenhydrate verursachten Zuckerspiegels ist für den Körper Stress. Für den Alltag mit dem Hund übrigens auch. Viele Verhaltensprobleme haben ihren Ursprung nicht nur im Training, sondern auch im Stoffwechsel. Wer ständig Energie-Spitzen durch unpassendes Futter produziert, bekommt keinen ausgeglichenen Hund.
Langfristig geht es jedoch um mehr als Verhalten. Eine dauerhaft kohlenhydratreiche Ernährung belastet den gesamten Organismus. Übergewicht, Stoffwechselprobleme, Entzündungen und andere gesundheitliche Baustellen sind keine Überraschung, sondern eine logische Konsequenz.
Besonders deutlich wird das beim Blick auf Trockenfutter. Damit ein Futter überhaupt in dieser Form hergestellt werden kann, braucht es einen hohen Anteil an Stärke – also Kohlenhydraten. Das ist bei Trockenfutter kein Zusatz, sondern die Basis (siehe das Kleingedruckte). Wer Trockenfutter füttert, entscheidet sich damit automatisch für eine kohlenhydratreiche Ernährung. (Nochmal: Das Kleingedruckte lesen! Ich erkläre es euch gerne, was da für den ungeübten Leser alles versteckt oder einfach nicht deklariert wird.)
Trockenfutter ist für den Handel und die Industrie gut. Was überall gelistet ist, bringt sicher die größten Profite - auf Kosten unserer Hunde.
Auf den ersten Blick wirkt das Trockenfutter oft günstiger. Der Sack Futter kostet weniger, hält lange und ist bequem. Der Preis dafür zeigt sich erst später. Tierarztbesuche, chronische Beschwerden oder gesundheitliche Einschränkungen schlagen am Ende deutlich stärker zu Buche – finanziell und vor allem für den Hund selbst.
Gute Ernährung ist keine Luxusentscheidung. Sie ist die Grundlage für Gesundheit, Verhalten und Lebensqualität.
Bei mir gibt es deshalb gesundes, artgerechtes und natürliches (Feucht-)Futter – angepasst an das, was Hunde wirklich brauchen. BARF wäre super, ist jedoch für viele Hundehalter und auch für mich im Alltag nicht praktikabel. Wenn du unsicher bist, was für deinen Hund sinnvoll und für dich im Alltag praktisch ist, unterstütze ich dich gerne dabei, eine passende Lösung zu finden.

